Österreichisches Leistungsbuch für Jagdhunde

Prüfungswesen für Jagdhunde in Österreich

Das Prüfungswesen der Jagdhunde lässt sich grundsätzlich in Anlagenprüfungen und Leistungsprüfungen einteilen. Daneben gibt es noch einige Sonderprüfungen nach der Prüfungsordnung für Einzelleistungen. In das ÖLBJ wurden und werden derzeit nur die höchstwertigen Prüfungen (Leistungsprüfungen) einer Rasse bzw. Rassengruppe eingetragen. Dies sind die Gebrauchs- (GP), Haupt- (HP) oder Vollgebrauchsprüfungen (VGP). Die verschiedenen Bezeichnungen der Prüfungen ergeben sich aus den einzelnen Prüfungsordnungen der jeweiligen Rasse bzw. Rassengruppe. Weiters sind im ÖLBJ die Sonderprüfungen eingetragen und in einem eigenen Kapitel die Jagdhundeführerabzeichen. Als Sonderprüfungen gelten: Schweißsonderprüfung, Schweißprüfung ohne Richterbegleitung, Verlorenbringerprüfung, Bringtreueprüfung und Lautstöberprüfung sowie seit 2007 der Nachweis auf der natürlichen Wundfährte von Schalenwild. Eine Sonderprüfung kann jeder in Österreich anerkannte Jagdgebrauchshund ablegen, auch wenn die Anforderung einer Sonderprüfung nicht unbedingt zu seinem speziellen Aufgabengebiet gehört.

Von den mehr als 51 anerkannten und geführten Jagdhunderassen in Österreich, ist die Gruppe der Vorstehhunde die an Eintragungen bei weitem stärkste. Nicht nur bei den Eintragungen der Vollgebrauchsprüfungen, sondern auch in den letzten Jahren bei den Sonderprüfungen haben die Vorstehhunde den größten Anteil.
In der Gruppe der Vorstehhunde werden in Österreich mehr als 18 Rassen von den Verbandsvereinen betreut. Der größte Prüfungsanteil liegt bei den traditionellen Vorstehhunderassen aus Deutschland, Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar, Deutsch Langhaar, Kleiner- und Großer Münsterländer sowie Weimaraner. Weiters sind der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund sowie der Rauhaarige Ungarische Vorstehhund und die Englischen Vorstehhunde – Pointer und Setter –, als auch einige französische Vorstehhunde vertreten.
Bei den Bracken und Laufhunden werden derzeit 7 Rassen jagdlich geführt. Hier sei vor allem auf die österreichischen Brackenrassen Tiroler Bracke, Dachsbracke, Brandlbracke und Steirische Rauhhaarbracke hingewiesen. Bei diesen ist Österreich als Züchterland international anerkannt.
In der Gruppe der Erdhunde sind 6 Rassen zusammengefasst, wobei hier die Deutschen Jagdterrier und die Dachshunde (Dackel) den größten Anteil haben. Weiters sind noch die Erdhunderassen Foxterrier, Welshterrier, Parson und Jack Russel Terrier vertreten.
Die bekannten Schweißhunderassen Bayrischer Gebirgsschweißhund und Hannoveranerscher Schweißhund haben eine ihrer Population entsprechende Prüfungsbeteiligung.
Die Stöber- und Apportierhunde umfassen die Rassen Deutscher Wachtelhund, Spaniels und die Retrieverrassen.
 

WERBUNG